Aktuelles |Meldung | 16.07.2021

Neue Garantien in der betrieblichen Altersversorgung

Nach der Ankündigung des Bundesfinanzministeriums, dass der Garantiezins (Höchstrechnungszins) ab 2022 von derzeit 0,9 % auf 0,25 % gesenkt werden soll, wollen immer mehr Versicherer Tarife anbieten, bei denen die garantierten Leistungen unter dem eingezahlten Beitrag liegen.

Aktuell halten einige Versicherer noch an der 100-Prozent-Garantie fest, aber andere folgen Anbietern wie der Allianz und senken ihre Garantien ab.

Wichtig ist, dass eine Absenkung der Garantien keine Auswirkungen auf Bestandsverträge hat!

 



Bei Neuverträgen ist auf folgende Zusagearten zu achten:

Beitragsorientierte Leistungszusage (BOLZ)

Bei einer beitragsorientierten Leistungszusage ist der Arbeitgeber verpflichtet, bestimmte Beiträge für eine Anwartschaft auf Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung laut § 1 Absatz 2 Nr. 1 BetrAVG umzuwandeln. Eine Mindestleistung ist hier gesetzlich nicht verankert. Nach der herrschenden Meinung in der Versicherungswirtschaft ist deshalb eine Garantieabsenkung unter 100 % der eingezahlten Beiträge bei einer beitragsorientierten Leistungszusage möglich. Sofern ausschließlich die BOLZ genutzt wird, sind diese Verträge zukunftssicher aufgestellt.

Beitragszusage mit Mindestleistung (BZML)

Wenn die Garantieleistungen nicht mehr die Summe der eingezahlten Beiträge erreichen, wird es zukünftig einen Einsatz dieser Zusageart in den versicherungsförmigen Durchführungswegen (Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds) nicht mehr geben. Sofern diese Zusageart genutzt wird, ist eine Umstellung auf die BOLZ für Neuzugänge notwendig. Ggfs. kann dies auch mit einem Durchführungswegewechsel verbunden sein.

Das Ziel der Garantieabsenkungen ist, in Zeiten der Niedrig- und Negativzinsen die positive Gesamtverzinsung der betrieblichen Altersversorgung auf einem möglichst hohen Niveau zu halten.

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