Leistungen | 27.02.2018

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz – wichtige Änderungen für Arbeitgeber

Eine attraktive betriebliche Altersvorsorge (bAV) spielt in Zeiten von Fach- und Führungskräftemangel eine immer bedeutendere Rolle: Sie stellt ein wichtiges Instrument für die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern dar.

Seit dem 01. Januar 2018 gilt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) – ein Gesetz, das den Verbreitungsgrad der bAV erhöhen und Geringverdienern eine interessante Betriebsrente ermöglichen soll. Dadurch ändert sich natürlich einiges im Bereich der bAV - wir haben zusammengefasst, was Sie als Arbeitgeber darüber wissen sollten:

Das Sozialpartnermodell

Den bisherigen fünf Modellen der Betriebsrente – Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds – wird ein weiteres hinzugefügt: das Sozialpartnermodell. Hierbei müssen Unternehmen keine Rente in einer bestimmten Höhe garantieren – ein Aspekt, der viele Arbeitgeber in der Vergangenheit davon abgehalten hat, überhaupt eine Betriebsrente anzubieten. Stattdessen wird beim Sozialpartnermodell eine „Zielrente“ auf der Basis eines Beitrages festgelegt: Anstelle eines festen Betrags wird nur ein Ziel definiert, anstelle einer Leistung wird nur noch der Beitrag zugesagt; Unternehmen haften nicht mehr, wenn die  Zielrente nicht erwirtschaftet wird. Das Sozialpartnermodell steht nicht tarifgebundenen Unternehmen offen, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren, dass die einschlägigen Tarifverträge auch für sie gelten sollen.

Steuerfreier Höchstbetrag der Entgeltumwandlung

Auch für die bisherigen Modelle ergeben sich Änderungen durch das BRSG. So erhöht sich der steuerfreie Höchstbetrag der Entgeltumwandlung von vier auf acht Prozent. Der sozialversicherungsfreie Höchstbetrag bleibt aber bei vier Prozent.

Förderbetrag für Geringverdiener

Arbeitgeber erhalten einen Förderbetrag vom Staat für Arbeitnehmer mit einem Einkommen von maximal 2.200 Euro brutto im Monat: Unterstützt der Arbeitgeber Geringverdiener mit 240 bis 480 Euro im Jahr bei der bAV, so kann er 30 Prozent des Beitrages sofort von der Lohnsteuer des Arbeitnehmers einbehalten. Voraussetzung dafür ist, dass die Beiträge in einen provisionsfreien Tarif eingezahlt werden.

Opting-out

Meist müssen sich Arbeitnehmer aktiv für den Abschluss einer bAV entscheiden. Mit dem Opting-out Modell kehrt das BRSG dieses Prinzip um: Nur wer aktiv widerspricht, nimmt nach einem definierten Zeitpunkt (z.B. Probezeit) nicht an der Entgeltumwandlung teil. Das Opting-out Modell kann nur noch auf der Basis eines Tarifvertrages umgesetzt werden. Bestehende Modelle haben Bestandschutz.

Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss der bAV ab 2019

Das BRSG bietet aber nicht nur Vorteile für Arbeitgeber: Zukünftig sind sie bei den Modellen Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktversicherung und Sozialpartnermodell dazu verpflichtet, den Arbeitgeberanteil eventuell ersparter Sozialversicherungsbeiträge in pauschalisierter Form zugunsten des Beschäftigten an die durchführende Versorgungseinrichtung weiterzuleiten. Diese Regelung gilt für alle ab 2019 abgeschlossenen Entgeltumwandlungsvereinbarungen. Für bereits bestehende oder davor abgeschlossene Vereinbarungen ist der Zuschuss spätestens ab 2022 zu zahlen.

Das BRSG bietet viele verbesserte Rahmenbedingungen für Arbeitgeber, die sich natürlich je nach Versorgungssystem unterschiedlich auswirken können. Die Regelungen erhöhen die Attraktivität der bAV sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber und sind ein wichtiger Baustein der Gesamtvergütung. Attraktive bAV-Modelle stärken so die Position des Arbeitgebers im Wettbewerb um Arbeitskräfte.

Für weitere Fragen oder eine individuelle Beratung steht Ihnen Frau Peter-Klanke gerne zur Verfügung.

Ariane Peter-Klanke
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Tel: +49 (0) 7221 9554-16